21.08.26: Ruhige Nacht in Grohn und dann Segeln, Segeln, Segeln…

Moin tosamen! Das war eine ruhige und entspannte Nach an Bord im Grohner Yachthafen! Auch abends blieben die vorhergesagten Gewitter aus, nur auf Kurzwelle war das übliche gewitterbedingte „qrn“ (Knacken und Krachen) zu hören. Kurzwelle, ja, habe ich gestern als Funkamateur und DJ3BU/m auf dem 80m-Band gemacht. 20 Watt Ausgangsleistung und zwei Antennen zur Auswahl, bzw. zum gegeneinander Testen. Lief trotz qrn prima und die weiteste Entfernung war zum Wolfgang nach Südtirol (IN3TWX). Eben habe ich die Drahtantenne schnell wieder abgebaut, denn sie war noch schräg über den Steg gespannt und quasi unsichtbar. Aber es ist außer mir ja keiner hier an seinem Boot, insofern alles entspannt (im doppelten Wortsinn!).

9696 – ist der Code für den Kot (hmmm…sorry…)
Frühstück an Bord
Kontakt zur Welt über Kurzwelle: Zweimal Hobby an Bord.

Zunächst mal muss ich feststellen, dass alle Technik funktioniert, wie geplant. Die klassische Technik (von der als Notfall-WC zu nutzenden Pütz mit starkem Gummirand gegen Rillen im Mors) wie auch High-Tech von den nautischen Instrumenten bis zum Kurzwellenfunkgerät. Auch die Kapazität der 100A-Bordbatterie ist mehr als ausreichend. Habe extra auf Landstrom verzichtet, um mal zu testen. Aber mit allen Lademöglichkeiten, Licht, usw. sind auch an Tag 2 noch 83 Prozent Kapazität auf dem Akku. Kleinigkeiten muss ich noch mildern. Was beispielsweise nacht total stört, sind die hellen LEDs im Elektro-Panel. Am Tage fällt das nicht auf, aber nachts erhellen die bunten LEDs die Kajüte mehr als für einen guten Schlag nötig. Ich habe erst mal ein Handtuch drüber gehängt – als Notlösung. Da werde ich einfach ein passend genähtes Tuch mit Ösen anfertigen (lassen), das einfach drübergehängt wird.

Kopfbedeckungen im ersten Sonnenlicht
Deck noch feucht, aber Sonne am Himmel

Teil 2: Segeln bis Brake und Stadt-Spaziergang





Brise bis Brake. Na ja, eher eine schwache Brise, aber genug, um mit Tidenstrom zügig voran zu kommen. Christian mit seinem 20 Fußer-Rennsegelboot kreuzte noch in Vegesack rum, während wir zügig bis Farge den Motor bemühten und dann ordentlich segeln konnten.

Auch war es ein Testbereich für die Pinnensteuerung, die automatische. Sie ist wirklich Gold wert, denn sie funktioniert einfach und sicher. Wenn man allein unterwegs ist, kann man Segel setzen oder Tee kochen, und das Boot bleibt sicher auf Kurs. In Brake haben wir uns auf den letzten kleinen Platz hinterm Betonanleger verzogen, besser gesagt: nautisch anspruchsvoll dorthin abgebogen, dann das Boot gedreht, um besser wieder rausfahren zu können. Bei richtig Strom. Aber alles prima. Christian kan eine knappe Stunde später und musste auf der Flussseite anlegen, unangenehm deshab, weil jedes vorbeifahrende Schiff seine Wellen dort ablädt und die Fender zu Höchstform auflaufen müssen. Mir hat es schon mal eine Klampe aus dem Deck gerissen – vor Jahren. Also, kleine Boote habe gelegentlich Vorteile, wenn sie noch hinter den Anleger schlüpfen können. Dann Spaziergang durch Brake, Kaffee und Brötchen beim Bäcker und zurück an Bord. Jetzt sind wir auf dem Rückweg. Der Wind hat zu unseren Gunsten gedreht und wir segeln mit den ersten Wassern der Flut wieder Richtung Bremen. Et löppt…


Da liegt sie nun, bereits mit gelegtem Mast: die „Brise“. Noch nie hätten wir so viel am Stück gesegelt wie heute, sagte Werner, als er sich nach dem Mastlegen verabschiedete. Ein klares Plädoyer für Tagestörns ohne festes Ziel, nur zum Segeln. Mit Tide runter und wieder rauf. Egal, wie weit man kommt. Allein der (Segel-)Weg ist das Ziel. Das macht „man“ normalerweise nicht. Man hat Ziele, meist Häfen. Und die will man erreichen, egal, wie der Wind weht oder von wo. Also klappt es meist nur mit Motorhilfe. Heute war der Wind teilweise auf unserer Seite, jedenfalls von der Richtung her. Wir konnten beide Törns segeln, ohne Kreuzen zu müssen. Der Wind drehte für uns, genau anders als sonst, wo er scheinbar immer gegen einen dreht. Genau, wie Radfahrer meinen, immer Gegenwind zu haben bei ihren Ausflügen. Ein wenig mehr Wind hätte es sein können. Böen in Bft 3 waren das Höchste. Aber dann kam die „Brise“ auch flott in Gang.

Schön auch, dass sich Christian uns angeschlossen hat. Er ist einhand unterwegs auf seiner Unna 20. Mehr ein Renner als ein Tourenboot. Aber er kam uns immer wieder ein Stück entgegen, wenn er zu weit vorausgeeilt war. Klar, längeres Boot, mehr Segelfläche, moderne sportliche Konstruktion: muss schneller segeln. Aber wir haben uns dennoch wacker gehalten. Später werden noch ein paar Filme davon Zeugnis ablegen (wenn ich sie erst fertig habe…).

Es war ein schöner Segeltag. Ohne Regen, mit ausreichend Wind. Was uns jetzt noch fehlt ist etwas mehr Wind und mal eine scharfe Kreuz. Aber es gibt ja auch noch den September… So, dann mache ich mich mal an die Filme und auch noch eine schöne Diaschau steht an. Morgen werde ich grob so fahren, dass ich um 0900h die erste Schleuse in Ritterhude nehme. Vielleicht kommt Detlef ja auch noch mal, aber er hat auch andere Termine morgen. Aber ich schaffe das auch alleine, Einhand. Schließlich habe ich das Boot ja auch deshalb gekauft, weil es eben alleine geht…


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