01.05.26 Von Grohn nach Rechtenfleth

Goldene Stunde in Rechtenfleth! Nahe Niedrigwasser kamen wir noch in den Hafen und gerade noch so fast an den Steg. Die Dralle Deern hatte Glück mit einer etwas tieferen Stelle und konnte beide Leinen bereits ausbringen. Die Brise liegt nur mit dem Bug am Steg und ansonsten inzwischen komplett im Schlick. Aber das Wasser kommt ja wieder und legen wir auch ´“ordentlich“ an.

Wir sind die Törn von Grohn bis Rechtenfleth fast komplett durchgesegelt und wurden unterwegs noch von der mit Motorunterstützung segelnden „Robbe“ in Elsfleth eingeholt. Die gönnen sich dort eine Pizza und wollen morgen weiter nach Großensiel. Wir machen morgen ja den legendären Trip „rund Strohauser Plate“ mit der Bewältigung der Südeinfahrt der Schweiburg – ein Törn für Fortgeschrittene Schlick-Segler.

Auf der Weser kurz vor Blumenthal

Achterlichen Wind mit Stärke 4 aus Süd hatte ich bisher in meinen Seglerjahren eher sehr selten. Aber heute schob uns dieser achterliche Wind mit bis zu sieben Knoten weserabwärts. Auch die Dralle Deern segelte voll durch.

Apropos Dralle Deern: In Grohn haben wir deren Mast gestellt, alle Fallen enttüdelt und geordnet und dann probeweise alle Segel gesetzt, bis alles so lief, wie es soll. Und Ralf und Tobias haben das dann später auf der Weser genau nachvollzogen und sind begeistert davon, wie der Wind sie die Weser runterschob. Auch sie gönnen sich – wie wir – eine serbische Bohnensuppe und gleich, wenn ich hier fertig bin, werden wir auf ein kühles Bier an Bord der Drallen Deern klettern. Die hatte übrigens ihr AIS nicht eingeschalten, war noch im Winterschlaf. Ich bekam schon online Nachfragen deshalb. Aber jetzt habe ich ihnen gezeigt, wie man da den Stromstecker anschraubt und jetzt ist sie „in der Luft“ und für die Schifffahrt sichtbar.

So, noch ein paar Bilder und dann ruft das kühle Getränk von nebenan. Morgen früh habe ich Zeit für Bild- und Videobearbeitung und stelle dann noch was von heute dazu. Jetzt bin ich, ehrlich gesagt, ziemlich kaputt und zu allem Elend hat meine Bildbearbeitung die Fotos eben irgendwohin gespeichert, wo ich sie nun nicht mehr wiederfinde. Ein Fall für morgen früh im ausgeschlafenen Zustand.

Also, dann bis morgen! Holger und Werner

01.05.26 Erst mal bis Grohn

Tja, die „Brise“ hat es ja immerhin bis Grohn in den Morgenstunden geschafft, aber die „Dralle Deern“ liegt immer noch auf der Sandbank in der Lesumkurve vor der Autobahnbrücke, genau beim Wasserschöpfwerk des Maschinenfleetes, nur gegenüber- wo es eben flach ist.

Und uns hat es gleich nach der Hafeneinfahrt erwischt: aufgelaufen im Grohner Yachthafen! Eine Stund Warten, dann kamen wir langsam an den Steg. Heute ist Vollmond = Springtide = sehr niedriges NW. Aber dass wir im Yachthafen trockenfallen, das hatten wir noch nie in all den Jahren!

Wir haben die Zeit genutzt und den Mast gestellt. Im Prinzip ganz easy, aber es sind halt die vielen Kleinigkeiten, die man bei den ersten Vorgängen immer noch mal berücksichtigen muss. Aber insgesamt null problemo. Alle Segel sind sofort einsatzklar, wenn auch der Wind noch zwischen Bft 0 und Bft 1 schwankt. Wir liegen jetzt in der Box und warten auf die „Dralle Deern“. Die muss ja jetzt, wenn sie aufgeschwommen ist, gegen die Flut die Lesum runterdieseln. Da muss dann schon mal der Diesel tüchtig drehen und geringfügig mehr als einen Liter pro Stunde durchziehen.

Die ersten Fotos habe ich entwickelt, aber die Software weigert sich, sie hochzuladen. Muss mal schauen. Liegt wohl an der schlechten Online-Verbindung.

Also jetzt erst mal ohne Fotos! Es ist jetzt gerade High Noon vorbei und wir warten auf zwei Dinge: Dass die „Dralle Deern“ erscheint und zweitens, dass oben die Kneipe aufmacht. Mal sehen, was eher passiert. Werner schon so lange noch ein wenig die Augen…

(Handyfotos nimmt er… deshalb nur dieses erst mal…)

30.4.26 Mast gelegt: Auslaufbereit!

30.4.26: am Abend vor dem Auslaufen…

Herrlich entspannt war das Mastlegen von mir alleine in weniger als fünf Minuten erledigt. Die kleinen Verbesserungen an der Jüt zeigten positive Wirkungen.

Ronald von der „Robbe“ sei nochmals gedankt für die Überlassung seines überzähligen Schwanenhalses zur Kabeldurch-führung!

Auch die Höhe des Jütbaums über Wasser ist wohl niedrig genug, um auch bei Hochwasser durch Schleuse und Brücken zu kommen. Bei der Drallen Deern mussten wir die Jüt lösen und abklappen, damit es passte.

Auch mit den beiden Steckern samt Kabeln, die aus dem Mast kommen, passiert nichts. Anders als beim Butt II, wo sie vorher losgeschraubt werden mussten, damit sie nicht abrissen. Das wurde allerdings leider oft genug vergessen und aus diesem Grunde war da ständig Kabelarbeit angesagt.

Ist doch schön, wenn auch mal was leichter wird und unkomplizierter…

29.4.26 Einkaufen und Stauen

Donnerstag. Tag vor dem ersten Törn. Habe eben noch eine weitere Törnvariante verfasst und an die Mitsegler geschickt. Zur eigenen Vorbereitung und zum Abwägen, welche wir am Ende nehmen wollen.

Das Wetter ist kaum besser zu bekommen – laut Prognose. Selbst Windstärke und -richtung scheinen optimal auf uns zu warten. Jeden Tag habe ich jetzt schon Sachen an Bord gebracht – und gestaut! Bei so einem kleinen Schiff genügt es nämlich nicht (mehr), die Sache einfach irgendwo in die Kajüte zu stellen, um sie dann während des Törns hier oder dort zu verstauen: hier muss unmittelbar nach Einbringung gestaut werden, weil man sonst in die Kajüte gar nicht mehr rein kommt! Aber das sorgt ja auch irgendwie für eine Grundordnung, weil man sonst irgendwie untergeht. Also jetzt gleich noch Lebensmittel holen, meine Klamotten von den Socken bis zum Notebook einladen und alles rausbringen zu Boot- und stauen. Da werde ich wohl doch mal das Auto nehmen, denn beim Roller wird der Stauraum knapp bei all dem Zeugs.

Vor dem Stauen
Nach dem Stauen

Gestern war ich noch auf eine Klönschnack zu meinen Lieblings-Schleusern Marco und Peter auf der Ritterhuder Schleuse. Im Sonnenschein schnackten wir den ganzen Küstenschnack durch und klärten unsere Durchschleusung. Marco hat früher beim Vorvoreigner der Drallen Deern, Adolf mit Namen, immer ganz viel mit angepackt bei dem schweren Boot. Z.B. im Winter das Ruder ausgehängt oder die Schwerter abgenommen. Er konnte gut nachvollziehen, dass mir das alles im Alter etwas zu schwer (im Sinne von Gewicht) wird.

So, schnell noch ein paar Screenshots von der elektronischen Seekarte, verbunden mit unseren Etappenzielen für das Wochenende:



Einfahrt ins Absersiel verpasst, an der falschen Seite der Pricke entlang gefahren.
„Rettung“ erfolgt nachts beim nächsten Hochwasser!
28.4.26  Kurz durchschnaufen…

28.4.26 Kurz durchschnaufen…

…und dann wieder die Merkliste für Freitag führen.

Durchschnaufen, weil ich am Wochenende sechsundreißig Kandidaten für Sportbootführerschein See das Bootfahren für die Prüfungsfahrt beigebracht und am Sonntag dann mit dem Prüfer zusammen die Prüfungen gefahren habe. Alle Kandidaten haben bestanden, und ich hab einen Sonnenbrand. Jetzt ist das Kurs-Frühjahrsprogramm erfolgreich vollendet worden und ich kann mich um meine BRISE-Programm kümmern. Der neue Schlafsack ist bereits an Bord, die Kamera habe ich auch gepackt samt Ersatzakku. Vielleicht treibe ich im Baumarkt noch eine kleine provisorisch zu nutzende Plane auf, die über den Großbaum in Höhe des Niederganges gespannt wird. Dann kann man offen lassen und ist vor Regen und Sonne geschützt. Später soll das dann mal eine passende Plane aus passendem Material werden, aber bis Freitag kriege ich das nicht mehr hin.

„Mal eben“ zum Boot – das mache ich täglich. Und irgendwas ist immer. So auch heute Nachmittag: Im Ankerkasten war der Wasserablauf dicht. Die Leinen schwammen. Eben durchgepiekst und schon lief es wieder ab. Dann die Rollfock noch mal getestet – mit Fockschot. Und siehe da: ich hatte einen Denkfehler beim Aufziehen gemacht. Denn wenn man sie beim Aufziehen mit der Fockschot ausrollt, rollt gleichzeitig die Einroll-Leine unten in ihr Gehäuse. Das muss dann so passen, dass man beim Einrollen noch zwei, drei Umdrehungen auf der Trommel hat, wenn die Fock wieder „drin“ ist. Hat sie jetzt. Und dann nervte mich das 25m lange Landstromkabel und ich beschloss, noch ein kurzes von 10m Länge für den Steg zu konfektionieren. Also zum Baumarkt und Kabel und CEE-Stecker / Buchse besorgt. Ist nun auch fertig und bleibt dann immer am heimischen Liegeplatz beim Ablegen.

Bleiben noch ein paar Kleinigkeiten auf der Merkliste für Freitag, vom Schlafanzug (Luxus) bis zum Notebook, auf dem ich gerade tippe und vom Brot bis zum Alsterwasser. Einen kleinen Heißwasserbereiter für 230V habe ich auch noch besorgt – wenn Landstrom da ist. Damit spart man doch eine Menge Gas beim Teewasser. Also, noch mal kurz Durchschnaufen, überlegen und in die Liste schauen, und dann geht’s bald auch schon los…

  • Rungen zum Slippen

    Nun hat die „Brise“ sein ein paar Tagen ihren schönen Platz in der Bootshalle gefunden und ich habe schon mal Werkzeug und Farben rausgebracht. Viel ist nicht zu tun in diesem Winter, aber doch die folgenden Arbeiten: Aber das wär’s dann auch schon.…

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  • Der Kran kommt!

    Und die Saison 2026 ist schon wieder vorbei. Aber da alles gut vorbereitet war und die „Brise“ im Vergleich zur alten „Drallen Deern“ ja wirklich nur ein Leichtgewicht ist, ging alles auch sehr viel schneller und leichter vonstatten. Genauso, wie ich es mir…

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27.4.26 Bestellungen / Last Orders

Freitag, 24.4.26

Wasserkocher bestellt. Nicht ganz so wichtig, aber bei Landstrom hilfreich und spart Gas-Kartuschen. Und ein Wasserkanister fehlt auch noch. Aber da will ich mal ein 3 Liter-Gebinde von REWE holen, das ich dann immer wieder auffüllen kann. So der Plan.

Und dennoch braucht man ja einen Wasserkessel, falls man mal keinen Landstrom hat. Da war es günstiger, gleich ein komplettes Camping-Set zu bestellen, was man so schön ineinander stapeln kann. Hatten wir früher mindestens einmal alles und irgendwo ist es dann geblieben bei irgendeinem Umzug oder Bootstausch. Es wird langsam konkreter bezüglich dessen, was noch an wichtigen Kleinigkeiten im Bereich „Food and Drinks“ an Bord sein muss. Heute kommt der neue Schlafsack. Übergröße, für bequemeres Umdrehen im Schlaf. Die Koje ist eh schmal genug…