Segler im Wattenmeer seit sechs Jahrzehnten. Ausbilder für Sportbootführerscheine und Seefunkzeugnisse. Begeisterter Fan von Schlickhäfen und Wattenprielen, Wattwürmern, Flundern und Granat.
Nun hat die „Brise“ sein ein paar Tagen ihren schönen Platz in der Bootshalle gefunden und ich habe schon mal Werkzeug und Farben rausgebracht. Viel ist nicht zu tun in diesem Winter, aber doch die folgenden Arbeiten:
Kiele abschleifen und entrosten und Farbe neu aufbauen
Scheuerleiste und Griffleisten neu imprägnieren
alten Echolotgeber wieder ausbauen und Loch zulaminieren
Mastfuß ein paar Zentimeter höherlegen
Rungen für besseres Slippen an Trailer anbauen
Aber das wär’s dann auch schon. Und heute waren die Rungen in der Post und ich habe sie gleich schon mal rausgebracht und provisorisch montiert. Sie müssen noch ausgerichtet und festgeschraubt werden. Und wenn ich zum TÜV fahre nächstes Jahr, dann muss ich sie vorher wieder abbauen, was kein Problem ist. Und so sehen sie aus (sind solide und waren gar nicht teuer mit gut 60 Euro zusammen!):
Bis gestern waren die Neu-Eigner der Drallen Deern noch da (sie liegt auch wieder in der Halle) und haben schon richtig zugelangt bei vorbereitenden Arbeiten. Und deren Zettel ist lang! Da bin ich doch froh, denn dazu hätte ich jetzt keine Lust mehr. Und wenn du wirklich einmal durch bist von vorn bis hinten, dann kannst du vorn gleich wieder weitermachen… Gut, dafür habe ich jetzt Gfk statt Stahl und einen Alumast statt einen aus schönem Holz, aber ja… hmmm…. Alles hat eben seine Zeit – steht schon in der Bibel…
Und die Saison 2026 ist schon wieder vorbei. Aber da alles gut vorbereitet war und die „Brise“ im Vergleich zur alten „Drallen Deern“ ja wirklich nur ein Leichtgewicht ist, ging alles auch sehr viel schneller und leichter vonstatten. Genauso, wie ich es mir gewünscht hatte. Und schnell war der Trailer abgestellt und gesichert, schnell der Motor vom alten Sprit befreit und schnell hatte ich vorher noch in einer kleinen Lift-Pause mit dem Kärcher das ganze Deck richtig schön sauber gestrahlt. Eigentlich ist jetzt im Winter nicht mehr viel zu tun. Ich werde mir mal die Handläufer vornehmen und lackieren, auch die Kimmkiele blühen etwas und müssen mal richtig abgeschrubbt und rostfrei gemacht werden. Und am Ende natürlich Antifouling aufs Unterwasserschiff. Aber dann ist ja auch schon wieder April und die Saison ’27 wird starten. Mit hoffentlich mehr Segelanteilen als diese Saison. Aber die Gallenblasen kann ja auch nur einmal entnommen werden, oder?
Hier die Fotoschau und anschließend ein Filmclip vom Kranen:
(29.9.26) Ich kann mich nicht erinnern, den Mast eines meiner Schiffe schon mal so früh oder bei so sommerlichem Wetter je gelegt zu haben. Zahlenspiel: Am 29. bei 29 Grad im Schatten! Aber es war und bleibt eine außergewöhnliche Saison – bis zum nahen Ende! Ein neues Boot, und dann gerade mal zwei Wochenenden damit auf Tour gegangen! Der größere Törn blieb leider aus, ganz anders als geplant. Und Gründe dafür gibt es reichlich. Vom Urlaub ohne Boot (auf Wunsch der Ehefrau) bis zu den fetten Gallensteinen, die erst Probleme machten und dann den Zeitplan des Sommers ziemlich durcheinander warfen. Und dann starben noch zwei enge Freunde von mir, als ich gerade wieder den Kalender nach segelbaren Lücken zu durchforsten begann.
Und jetzt, wo es auch noch für ein paar Tage durchaus ginge, da starten meine Kurse wieder durch. Und von Bord aus kann ich nicht so gut Unterricht geben, da fehlen Platz und Technik.
Also haben Werner und ich mal eben angepackt und die „Brise“ kranfertig gemacht. Das geht ja wirklich viel schneller als bei der Drallen Deern. Was eine gute Nachricht ist. Und auch im Winter warten weit weniger Unterhaltungsarbeiten bei der „Brise“. Die zweite gute Nachricht. Aber es wird noch Zeit für einen kleinen Motor-Törn hammeaufwärts bis Melchers Hütte oder gar bis Hammehütte Neu-Helgoland sein. Schön essen dort, und dann – mit Sondergenehmigung für Anlieger – die obere Hamme wieder zurück zum ESV. Jetzt aber beschäftigen mich erst mal diese Kandidaten:
Knoten-Treff als Vorbereitung für die praktische Prüfung für den Sportbootführerschein. Das kann man zwar auch allein zuhause und nach Lehrbuch üben, aber so geht’s besser und ist zudem noch sehr unterhaltsam. Auch das Prüfungsboot wird vorgestellt samt Prüfungsrevier und Struktur der Prüfungsfahrten. Das baut auch etwas die Ängste der Kandidaten ab.
Nachtrag:
Inzwischen haben alle vierzehn angetretenen Kandidaten ihre praktische Prüfung SBF-See bestanden! Die Quote bleibt bei 100 Prozent! Ich bin auch ein wenig stolz darauf, vor allem, weil der Prüfer richtig zufrieden war mit dem Leistungsstand der Truppe.
Leider wider Erwarten letzter Tag des Urlaubs! Warum?
Moin, gerade kommen wir aus Schleswig zurück. Dorit hat mich dort vom Krankenhaus abgeholt, wo ich den zweiten Teil der Nacht verbracht hatte. Alles begann gestern am frühen Abend: Ich bekam immer stärker werdende Schmerzen im Magenbereich, die bald die Grenze des Erträglichen erreichten. Wir konnten unter 116117 den zuständigen Arzt vom Dienst erreichen, der auch kam und mich untersuchte. Den Grund fand er nicht, aber er schrieb mir eine Überweisung ins Krankenhaus. Das waren harte Stunden, bis ich endlich dort Linderung fand. Heute früh, als es mir deutlich besser ging, fand man durch Ultraschall heraus, dass eine entzündete Gallenblase mit zwei fetten Steinen darin die Ursache sei. OP, sprich Entfernung derselben, sei deshalb dringend geboten! Da ich das aber lieber in heimischen Gefilden vollziehen lassen möchte, brechen wir jetzt den Urlaub ab und fahren heute am Abend noch nach Hause. Inzwischen versuche ich von hier aus, an einen OP-Termin zu kommen. Gestaltet sich aber schwieriger als ich dachte.
Das ist also das Ende des Urlaubs-Blogs. Wir packen jetzt, wo das Wetter wieder super wird, und wenden uns dann wieder der Heimat zu. Schön, dass Ihr uns auf diesem Törn ohne Boot begleitet habt! Bis bald dann….
Holger
Nachtrag
18.6.26
Wir sind wieder zuhause, denn wir haben den Urlaub wegen der Gallenblase abgebrochen. Ich bin gerade beim Hausarzt gewesen und wir haben entschieden, zügig eine normale OP ins Auge zu fassen, bzw. anzumelden. Überweisung ins KH habe ich schon. Aber es läuft jetzt nach normalen Terminen, weil ich derzeit keine Schmerzen mehr habe. Außerdem soll mittels des Antibiotikums die Entzündung erst mal runter. Für den Fall, dass es wieder anders kommt, also mit Schmerzen, gibt es erstens entsprechende Medikamente und zweitens den Noteingriff, der dann zeitnah stattfinden soll. Ich melde mich jetzt also erst mal ganz regulär beim KH zur OP an und freue mich über jeden Tag ohne Bauchschmerzen….
Warten auf den Wetterumschwung. Es ist noch kühl und bedeckt. Aber immerhin ist der starke Wind verschwunden. Und ab Mittag soll man auch die Sonne mal sehen können und die ganze Tendenz gestaltet sich positiv – sagt die Wetter-App. Wird auch Zeit, denn die Schlei lässt sich bei schönem Wetter einfach viel mehr genießen als mit Frösteln und unter Schauern.
Und deshalb fahren wir gleich erst noch mal über Kappeln (es gibt ein Problem mit der Umstellung des Handy-Vertrags, das zu klären ist) dann nach Eckernförde. Da haben wir die vergangenen Jahre immer gern mit unseren Booten gelegen. Die Stadt gefällt uns und wir werden das Übergangswetter mal nutzen, um durch die Stadt zu bummeln und mal zu sehen, was sich dort so verändert hat.
Als wir letztes Mal dort waren war es auch Juni und auch anfangs sehr frisch draußen. Ungemütlich in der Kajüte der Drallen Deern. Und da sind wir zum Baumarkt in Eckernförde gelaufen und haben uns einen kleinen Elektroheizer gekauft fürs Boot. Der wiederum war so effektiv, dass man ihn schon nach wenigen Minuten abstellen musste, weil es zu warm wurde. Da die Isolierung der Kajüte aber quasi gleich Null war, konnte man ihn bald darauf schon wieder einschalten. Wir haben ihn, so erinnere ich mich, zweimal genutzt, und dann war das Wetter wieder sommerlich…
Wir brechen jetzt auf und ich melde mich später wieder….
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Land der tiefen Kiele
Eigentlich heißt es in der Ostpreußen-Hymne ja „Land der dunklen Wälder…“, aber die Schlei-Hymne könnte auch beginnen mit „Land der tiefen Kiele…“ Heute, als die Gattin einen sofortigen Friseurtermin in Kappeln erfreut und unerwartet wahrnehmen konnte, schlenderte ich ein wenig durch ein großes Werftgelände am Schlei-Ufer. Da waren massenweise fette Yachten an Land aufgebockt, viele von ihnen standen auch zum Verkauf. Und die meisten hatten so tiefe Kiele, dass ich stehenden Hauptes unter dem Rumpf durchlaufen konnte! Das Maximum der angegebenen Tiefgänge auf den Ausschreibungen war 2,30m! Aber um 2m Tiefgang hatten wohl die meisten. Reine Ost- und Hochseeschiffe, im Watt wären sie verloren. Eine ganz andere Seglerwelt, die ienem hier begegnet. Überhaupt ist es nicht nur die schiere Masse der Yachten, es ist auch deren durchschnittliche Größe und ihr Wert, der deutlich das übersteigt, was wir in den Weserhäfen vorfinden. Ich habe über diesem Text mal ein paar Tief-Kiel-Fotos für Euch abgelichtet. Sehr eindrücklich, finde ich.
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Eckernförde I: Shoppen
Dann sind wir weitergefahren nach Eckernförde. Ein Ort, der einen Besuch lohnt. Vor allem, wenn man mal in einer guten, alten Einkaufsstraße bummeln will. Oder eine Regenjacke kaufen will in einem dänischen Laden. Nein, kein dänisches Bettenlager, auch kein Jackenlager, einfach nur von netten dänischen Frauen betrieben, die auch noch schöne und taugliche Klamotten im Angebot haben. Und für mitlaufende Ehemänner eine hintere Ecke, wo man sie abstellen kann. Und da gibt es auch dänisches Wasser und dänische Bonbons für diese Männer. Nicht schlecht. Die Ehefrau wurde jedenfalls fündig und fortan hörte der Regen auf und die Sonne kam heraus. Erst zögerlich, inzwischen dauerhaft. Endlich!
Und dann kamen wir natürlich auch hier vorbei:
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Eckernförde II: Die Bonbonkocherei
Kannten wir zwar schon, aber es lohnt immer mal wieder einen Besuch. Man kann dort zusehen, wie zwei Bonbonkocher ihre leckere Ware zubereiten. Und natürlich kann man auch welche kaufen und wer keine Bonbons mag, der hat auch bei zig Schokoladensorten die große Auswahl. Die Schokolade machen sie da nämlich auch selbst.
Also, Eckernförde lohnt immer einen Besuch und wir konnten auch den kürzlich abgesoffenen und mit viel Aufwand geborgenen Kutter „Capella“ am Kai liegen sehen. Vermutlich haben sie noch nicht geklärt, wer die Entsorgung bezahlt; deshalb liegt er da noch und ist großräumig abgesperrt, was auf Dauer auch nicht so bleiben kann.
Dafür liegt nun aktuell das Feuerschiff Elbe I am Kai und lädt zum Besuch und zur Beköstigung ein. Das haben wir uns geschenkt und haben lieber unsere Mägen mit einem „Kumpir“ (Backkartoffel mit leckeren Beilagen) gefüllt. Dann noch ein Gang durch die Stadt und zurück zum Auto und heimwärts nach Arnis. Ein Nachmittagschläfchen war gesetzt und danach ein Cappuchino in der „Schleihalle“ nebenan. Man konnte schon draußen sitzen! Ohne Sturm, Regen und Kälte…
Und dann habe ich noch mal meine Antennenkonstruktion geändert und deren Anpassung. Kommt jetzt besser in Resonanz und wird deshalb auch eine höheren Wirkungsgrad entfachen. Wenn dies Getippe hier gleich fertig ist, dann werde ich noch mal über die Kurzwelle drehen und mit „CQ“ andere Stationen rufen. Es ist wie beim Angeln: Mal abwarten, ob einer anbeißt…
Beim Folkeboot fällt auf, dass beim Kranen an einem einzigen, zentralen Punkt angepickt und hochgezogen wird. Es hängt dabei voll in der Waage. Erstaunlich, wenn man bedenkt, welche Kräfte da an dem Punkt zerren bei einem Vollholzschiff mit fettem Blei im Kiel!
Und dann dieser Kran: Er ist nicht abgespannt zu den Seiten, hat große Auslage und kann viele Tonnen heben, ohne umzukippen. Wie tief wohl sein Fundament liegt?! Er gleicht dem Baum der Bibel, der fest verwurzelt ist und allen Stürmen des Lebens wacker standhält.
Montagmorgen, halb neun. Die zweite Woche unseres Urlaubs ist angebrochen. Und der Tag startet gleich mit zwei interessanten Boots-Kranungen. Zunächst ein klassiches Folkeboot, danach eine ebenso klassische Vindö.
Beide Langkieler, beides Boote der Ostsee und hier sehr verbreitet, vor allem das Folkeboot.
Danach die Vindö. Die kam, vom Trecker gezogen, auf einem Standard-Gestell aufgebockt. Sehr durchdachtes System. das schnelles Kranen und unkomplizierte Abläufe ermöglicht. Wichtig, wenn in Stoßzeiten alle ins Wasser oder wieder raus wollen.
Ostseeboote haben wie dieses Folkeboot alle eine ziemlich tiefen Kiel. Hier ist eben keine Tide und tiefes Wasser. Beim Folkeboot ist der Mast dann auch noch durchs Deck gesteckt bis runter in den Kiel. Solide, aber definitiv nichts für Leute wie mich, die ständig den Mast legen und wieder stellen müssen. Dafür gibt es keine Jütt. Dafür ist das Folkeboot so steif, dass es nie gerefft wird. Immer mit Vollzeug segeln, das kann auch nicht jeder…
Der Rest vom Tag ist schnell erzählt, geht sogar in Stichworten:
Wetter blieb frisch, aber trocken.
Fahrt nach Kappeln mit Fischbrötchen
Dorit ging shoppen, ich testete Ladesäulen (mit Erfolg und neuen Erfahrungen).
Danach Espresso in der „Alten Schmiede“ und – weil direkt daneben der T-Shop war und niemand sonst im Laden war – gute Beratung im T-Shop.
Beratung endete mit zwei neuen Mobilverträgen bei Congstar, der Tochter der Telekom (für die „Jugend“). Halber Preis bei fast gleicher Leistung.
Auf dem Rückweg kurz im Yachhafen Arnis gestoppt und „Boote geguckt“
Ein „Buckler Islander 17“ gefiel uns besonders gut, weil urig und geklinkert.
Danach eine Stunde lang versucht, die Congstar-App einzurichten. Am Ende mit Erfolg.
Und jetzt wieder im Klartext und mit vollständigen deutschen Sätzen: Heute früh krante ja auch ein sehr gut aussehender Jollenkreuzer, den ich von der Größe nicht einordnen konnte. Größer als 20er aber kleiner als 30er. Eben sprach ich den Eigner vom Balkon aus an und wir kamen ins Fachsimpeln. Es ist 20er, aber mit erhöhtem Süll, bzw. Kajüte. Mehr Platz im Inneren, so der Eigner. Und am Ende lud er mich ein, gleich noch mal einen Besuch an Bord zu machen. Wenn sie gleich wieder an Bord sind, werde ich das einlösen…
Ein neues Hobby für mich (ich hab ja noch nicht genug….): Ladesäulen testen!