Arnis Tag 9

Warten auf den Wetterumschwung. Es ist noch kühl und bedeckt. Aber immerhin ist der starke Wind verschwunden. Und ab Mittag soll man auch die Sonne mal sehen können und die ganze Tendenz gestaltet sich positiv – sagt die Wetter-App. Wird auch Zeit, denn die Schlei lässt sich bei schönem Wetter einfach viel mehr genießen als mit Frösteln und unter Schauern.

Und deshalb fahren wir gleich erst noch mal über Kappeln (es gibt ein Problem mit der Umstellung des Handy-Vertrags, das zu klären ist) dann nach Eckernförde. Da haben wir die vergangenen Jahre immer gern mit unseren Booten gelegen. Die Stadt gefällt uns und wir werden das Übergangswetter mal nutzen, um durch die Stadt zu bummeln und mal zu sehen, was sich dort so verändert hat.

Als wir letztes Mal dort waren war es auch Juni und auch anfangs sehr frisch draußen. Ungemütlich in der Kajüte der Drallen Deern. Und da sind wir zum Baumarkt in Eckernförde gelaufen und haben uns einen kleinen Elektroheizer gekauft fürs Boot. Der wiederum war so effektiv, dass man ihn schon nach wenigen Minuten abstellen musste, weil es zu warm wurde. Da die Isolierung der Kajüte aber quasi gleich Null war, konnte man ihn bald darauf schon wieder einschalten. Wir haben ihn, so erinnere ich mich, zweimal genutzt, und dann war das Wetter wieder sommerlich…

Wir brechen jetzt auf und ich melde mich später wieder….


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Land der tiefen Kiele

Eigentlich heißt es in der Ostpreußen-Hymne ja „Land der dunklen Wälder…“, aber die Schlei-Hymne könnte auch beginnen mit „Land der tiefen Kiele…“ Heute, als die Gattin einen sofortigen Friseurtermin in Kappeln erfreut und unerwartet wahrnehmen konnte, schlenderte ich ein wenig durch ein großes Werftgelände am Schlei-Ufer. Da waren massenweise fette Yachten an Land aufgebockt, viele von ihnen standen auch zum Verkauf. Und die meisten hatten so tiefe Kiele, dass ich stehenden Hauptes unter dem Rumpf durchlaufen konnte! Das Maximum der angegebenen Tiefgänge auf den Ausschreibungen war 2,30m! Aber um 2m Tiefgang hatten wohl die meisten. Reine Ost- und Hochseeschiffe, im Watt wären sie verloren. Eine ganz andere Seglerwelt, die ienem hier begegnet. Überhaupt ist es nicht nur die schiere Masse der Yachten, es ist auch deren durchschnittliche Größe und ihr Wert, der deutlich das übersteigt, was wir in den Weserhäfen vorfinden. Ich habe über diesem Text mal ein paar Tief-Kiel-Fotos für Euch abgelichtet. Sehr eindrücklich, finde ich.


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Eckernförde I: Shoppen

Dann sind wir weitergefahren nach Eckernförde. Ein Ort, der einen Besuch lohnt. Vor allem, wenn man mal in einer guten, alten Einkaufsstraße bummeln will. Oder eine Regenjacke kaufen will in einem dänischen Laden. Nein, kein dänisches Bettenlager, auch kein Jackenlager, einfach nur von netten dänischen Frauen betrieben, die auch noch schöne und taugliche Klamotten im Angebot haben. Und für mitlaufende Ehemänner eine hintere Ecke, wo man sie abstellen kann. Und da gibt es auch dänisches Wasser und dänische Bonbons für diese Männer. Nicht schlecht. Die Ehefrau wurde jedenfalls fündig und fortan hörte der Regen auf und die Sonne kam heraus. Erst zögerlich, inzwischen dauerhaft. Endlich!

Und dann kamen wir natürlich auch hier vorbei:

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Eckernförde II: Die Bonbonkocherei

Kannten wir zwar schon, aber es lohnt immer mal wieder einen Besuch. Man kann dort zusehen, wie zwei Bonbonkocher ihre leckere Ware zubereiten. Und natürlich kann man auch welche kaufen und wer keine Bonbons mag, der hat auch bei zig Schokoladensorten die große Auswahl. Die Schokolade machen sie da nämlich auch selbst.

Also, Eckernförde lohnt immer einen Besuch und wir konnten auch den kürzlich abgesoffenen und mit viel Aufwand geborgenen Kutter „Capella“ am Kai liegen sehen. Vermutlich haben sie noch nicht geklärt, wer die Entsorgung bezahlt; deshalb liegt er da noch und ist großräumig abgesperrt, was auf Dauer auch nicht so bleiben kann.

Dafür liegt nun aktuell das Feuerschiff Elbe I am Kai und lädt zum Besuch und zur Beköstigung ein. Das haben wir uns geschenkt und haben lieber unsere Mägen mit einem „Kumpir“ (Backkartoffel mit leckeren Beilagen) gefüllt. Dann noch ein Gang durch die Stadt und zurück zum Auto und heimwärts nach Arnis. Ein Nachmittagschläfchen war gesetzt und danach ein Cappuchino in der „Schleihalle“ nebenan. Man konnte schon draußen sitzen! Ohne Sturm, Regen und Kälte…

Und dann habe ich noch mal meine Antennenkonstruktion geändert und deren Anpassung. Kommt jetzt besser in Resonanz und wird deshalb auch eine höheren Wirkungsgrad entfachen. Wenn dies Getippe hier gleich fertig ist, dann werde ich noch mal über die Kurzwelle drehen und mit „CQ“ andere Stationen rufen. Es ist wie beim Angeln: Mal abwarten, ob einer anbeißt…

Veröffentlicht von

Kommodore

Segler im Wattenmeer seit sechs Jahrzehnten. Ausbilder für Sportbootführerscheine und Seefunkzeugnisse. Begeisterter Fan von Schlickhäfen und Wattenprielen, Wattwürmern, Flundern und Granat.

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