Arnis Tag 8

Beim Folkeboot fällt auf, dass beim Kranen an einem einzigen, zentralen Punkt angepickt und hochgezogen wird. Es hängt dabei voll in der Waage. Erstaunlich, wenn man bedenkt, welche Kräfte da an dem Punkt zerren bei einem Vollholzschiff mit fettem Blei im Kiel!

Und dann dieser Kran: Er ist nicht abgespannt zu den Seiten, hat große Auslage und kann viele Tonnen heben, ohne umzukippen. Wie tief wohl sein Fundament liegt?! Er gleicht dem Baum der Bibel, der fest verwurzelt ist und allen Stürmen des Lebens wacker standhält.

Montagmorgen, halb neun. Die zweite Woche unseres Urlaubs ist angebrochen. Und der Tag startet gleich mit zwei interessanten Boots-Kranungen. Zunächst ein klassiches Folkeboot, danach eine ebenso klassische Vindö.

Beide Langkieler, beides Boote der Ostsee und hier sehr verbreitet, vor allem das Folkeboot.

Danach die Vindö. Die kam, vom Trecker gezogen, auf einem Standard-Gestell aufgebockt. Sehr durchdachtes System. das schnelles Kranen und unkomplizierte Abläufe ermöglicht. Wichtig, wenn in Stoßzeiten alle ins Wasser oder wieder raus wollen.

Ostseeboote haben wie dieses Folkeboot alle eine ziemlich tiefen Kiel. Hier ist eben keine Tide und tiefes Wasser. Beim Folkeboot ist der Mast dann auch noch durchs Deck gesteckt bis runter in den Kiel. Solide, aber definitiv nichts für Leute wie mich, die ständig den Mast legen und wieder stellen müssen. Dafür gibt es keine Jütt. Dafür ist das Folkeboot so steif, dass es nie gerefft wird. Immer mit Vollzeug segeln, das kann auch nicht jeder…

Der Rest vom Tag ist schnell erzählt, geht sogar in Stichworten:

  • Wetter blieb frisch, aber trocken.
  • Fahrt nach Kappeln mit Fischbrötchen
  • Dorit ging shoppen, ich testete Ladesäulen (mit Erfolg und neuen Erfahrungen).
  • Danach Espresso in der „Alten Schmiede“ und – weil direkt daneben der T-Shop war und niemand sonst im Laden war – gute Beratung im T-Shop.
  • Beratung endete mit zwei neuen Mobilverträgen bei Congstar, der Tochter der Telekom (für die „Jugend“). Halber Preis bei fast gleicher Leistung.
  • Auf dem Rückweg kurz im Yachhafen Arnis gestoppt und „Boote geguckt“
  • Ein „Buckler Islander 17“ gefiel uns besonders gut, weil urig und geklinkert.
  • Danach eine Stunde lang versucht, die Congstar-App einzurichten. Am Ende mit Erfolg.

Und jetzt wieder im Klartext und mit vollständigen deutschen Sätzen: Heute früh krante ja auch ein sehr gut aussehender Jollenkreuzer, den ich von der Größe nicht einordnen konnte. Größer als 20er aber kleiner als 30er. Eben sprach ich den Eigner vom Balkon aus an und wir kamen ins Fachsimpeln. Es ist 20er, aber mit erhöhtem Süll, bzw. Kajüte. Mehr Platz im Inneren, so der Eigner. Und am Ende lud er mich ein, gleich noch mal einen Besuch an Bord zu machen. Wenn sie gleich wieder an Bord sind, werde ich das einlösen…

Ein neues Hobby für mich (ich hab ja noch nicht genug….): Ladesäulen testen!

Veröffentlicht von

Kommodore

Segler im Wattenmeer seit sechs Jahrzehnten. Ausbilder für Sportbootführerscheine und Seefunkzeugnisse. Begeisterter Fan von Schlickhäfen und Wattenprielen, Wattwürmern, Flundern und Granat.

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